Geschichte, die unter die Haut geht: Begegnung mit Zeitzeugin im Bürgerhaus
Gemeinsam mit zahlreichen weiteren Schulen aus der Region haben auch wir mit vielen Klassen an der Filmvorführung des Dokumentarfilms Schwarzer Zucker – rotes Blut im Bürgerhaus Ibbenbüren teilgenommen. Insgesamt verfolgten rund 1.500 Schülerinnen und Schüler die eindrucksvolle Veranstaltung.
Der Film erzählt die bewegende Lebensgeschichte von Anna Strishkova, die als Kleinkind während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft die Konzentrationslager Auschwitz und Potulice überlebte. Über viele Jahrzehnte hinweg wusste sie nichts über ihre Herkunft und ihre Familie. Erst durch die unermüdliche Recherche des Fotografen und Dokumentarfilmers Luigi Toscano gelang es, ihre Identität aufzuklären. Knapp 80 Jahre nach der Befreiung vom Nationalsozialismus konnte Anna Strishkova so ihre eigene Geschichte rekonstruieren und Kontakt zu ihren Nichten aufnehmen. Der Verlust ihrer Geschwister bleibt jedoch Teil ihres Schicksals: Ihr kleiner Bruder überlebte den Transport ins Lager nicht, ihre älteren Schwestern sind bereits vor einigen Jahren verstorben.
Gerade diese persönliche Dimension machte den Film für unsere Schülerinnen und Schüler besonders eindrucksvoll. Die anschließende Begegnung mit Anna Strishkova führte zu vielen bewegenden Momenten; zahlreiche Jugendliche nutzten die Gelegenheit, ihr Respekt zu zollen oder sich persönlich bei ihr zu bedanken. Die Begegnung machte Geschichte unmittelbar erfahrbar und hinterließ einen nachhaltigen Eindruck.
Vor Beginn der Veranstaltung begrüßte unsere Schulleiterin Frau Winkler gemeinsam mit Sylvia Löhrmann, Beauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen für die Bekämpfung des Antisemitismus, für jüdisches Leben und Erinnerungskultur, die anwesenden Schülerinnen und Schüler. Ergänzt wurde die Begrüßung durch Dr. Marc Schrameyer, Bürgermeister der Stadt Ibbenbüren, sowie Christoph Moormann, Hauptorganisator der Veranstaltung. In ihren Beiträgen wurde eindringlich dazu aufgerufen, Verantwortung zu übernehmen und sich aktiv gegen Antisemitismus, Extremismus und jede Form von Ausgrenzung einzusetzen.
Die Teilnahme an dieser Veranstaltung stellt für uns einen wichtigen Beitrag zur historisch-politischen Bildung dar und unterstreicht unseren Anspruch, Erinnerungskultur und demokratische Werte fest im schulischen Alltag zu verankern.
Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz/Birkenau und Krakau
Seit vielen Jahren setzen sich die Medizinischen Fachangestellten der Oberstufe im Rahmen des Bildungsgangprojektes „Medizin im Dritten Reich“ mit der Geschichte auseinander. Initiiert wurde das Projekt von dem ehemaligen Lehrer Herrn Berg und wird heute von den Lehrkräften Herrn Beermann und Frau Runde fortgeführt.
Im Mittelpunkt steht die Auseinandersetzung mit den menschenverachtenden Verbrechen der Nationalsozialisten in den Vernichtungslagern Auschwitz und Birkenau. Dort wurden mehr als eine Million Menschen in den Gaskammern ermordet. Zudem fanden an vielen Häftlingen grausame medizinische Experimente statt, die in keinerlei Einklang mit dem hippokratischen Eid oder grundlegenden medizinisch-ethischen und moralischen Werten standen.
Nach den eindringlichen und bewegenden Tagen in Auschwitz führt die Reise die Gruppe weiter nach Krakau. Dort begegnen die Schülerinnen und Schüler Spuren jüdischen Lebens – etwa im traditionsreichen Viertel Kazimierz oder im ehemaligen Krakauer Ghetto. Zudem besuchen sie das Gestapo-Gefängnis und Originalschauplätze, an denen der preisgekrönte Film „Schindlers Liste“ gedreht wurde.
Originalzeichnungen von Kindern, die nach Auschwitz deportiert wurden.
Ansprechpartner:
A. Runde
RUN@kstl.de
Klaus Beermann
BN@kstl.de









