Gegen das Vergessen- Gedenkstättenfahrt ins KZ Auschwitz-Birkenau 2026

Im Rahmen einer Gedenkstättenfahrt besuchten wir, die MFO der KSTL Ibbenbüren, das ehemalige Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau in Polen. Die mehrtägige Reise hinterließ bei allen Teilnehmenden tiefe Eindrücke und sorgte für viele nachdenkliche Momente.

Die erhaltenen Gleise im KZ Auschwitz- Birkenau erinnern an das erschütternde Ausmaß der NS-Verbrechen. Bereits am ersten Tag der Führung im Arbeitslager Birkenau wurde uns bewusst, dass Auschwitz kein gewöhnlicher historischer Ort ist. Millionen Menschen wurden während des Nationalsozialismus deportiert und ermordet. Erst durch die Besichtigung der erhaltenen Baracken, den Bahngleisen und der persönlichen Gegenstände der Opfer wurde uns das Ausmaß der Verbrechen bewusst. Orte, die zuvor nur aus dem Geschichtsunterricht bekannt waren, wurden plötzlich greifbar.

Besonders bewegend war es, die Geschichten einzelner Opfer zu hören, die während der NS-Zeit verfolgt und ermordet wurden. Viele Schüler-/innen unserer Klasse zeigten sich betroffen darüber, wie grausam mit den Menschen umgegangen wurde.„Es ist schwer zu verstehen, wie Menschen zu so etwas fähig sein konnten. Nach diesem Besuch zweifelt man daran, wie viel Menschlichkeit damals noch in den Tätern steckte.“

Besonders im Gedächtnis blieb vielen ein Satz der Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer: „ Mensch ist Mensch“. Gerade nach den Eindrücken in Auschwitz-Birkenau bekam diese Botschaft eine besondere Bedeutung. Wir erkannten, wohin Hass, Ausgrenzung und das Aberkennen von Menschlichkeit führen kann. Gleichzeitig machte das Zitat deutlich, wie wichtig Respekt, Toleranz und Mitgefühl im heutigen Zusammenleben sind. Viele empfanden die Worte als einfachen, aber eindringlichen Appell, jeden Menschen unabhängig vom Herkunft, Religion oder Lebensweise mit Würde zu behandeln.

Die Gedenkstättenfahrt war für alle Teilnehmenden eine bewegende Erfahrung. Sie machte uns bewusst, dass die Taten der Vergangenheit niemals in Vergessenheit geraten dürfen und das Erinnern eine wichtige Aufgabe für die Zukunft bleibt. Gerade in einer Zeit, in der demokratische Werte nicht selbstverständlich sind, setzt die Auseinandersetzung mit dem Holocaust ein wichtiges Zeichen- Gegen das Vergessen.

Verfasst von Schülerinnen der MFO’26

Alle Fotos zu den eingesprochenen Audios hat die Schülerin Lidia G. gemacht.

Geschichte, die unter die Haut geht: Begegnung mit Zeitzeugin im Bürgerhaus

Gemeinsam mit zahlreichen weiteren Schulen aus der Region haben auch wir mit vielen Klassen an der Filmvorführung des Dokumentarfilms Schwarzer Zucker – rotes Blut im Bürgerhaus Ibbenbüren teilgenommen. Insgesamt verfolgten rund 1.500 Schülerinnen und Schüler die eindrucksvolle Veranstaltung.

Der Film erzählt die bewegende Lebensgeschichte von Anna Strishkova, die als Kleinkind während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft die Konzentrationslager Auschwitz und Potulice überlebte. Über viele Jahrzehnte hinweg wusste sie nichts über ihre Herkunft und ihre Familie. Erst durch die unermüdliche Recherche des Fotografen und Dokumentarfilmers Luigi Toscano gelang es, ihre Identität aufzuklären. Knapp 80 Jahre nach der Befreiung vom Nationalsozialismus konnte Anna Strishkova so ihre eigene Geschichte rekonstruieren und Kontakt zu ihren Nichten aufnehmen. Der Verlust ihrer Geschwister bleibt jedoch Teil ihres Schicksals: Ihr kleiner Bruder überlebte den Transport ins Lager nicht, ihre älteren Schwestern sind bereits vor einigen Jahren verstorben.

Gerade diese persönliche Dimension machte den Film für unsere Schülerinnen und Schüler besonders eindrucksvoll. Die anschließende Begegnung mit Anna Strishkova führte zu vielen bewegenden Momenten; zahlreiche Jugendliche nutzten die Gelegenheit, ihr Respekt zu zollen oder sich persönlich bei ihr zu bedanken. Die Begegnung machte Geschichte unmittelbar erfahrbar und hinterließ einen nachhaltigen Eindruck.

Vor Beginn der Veranstaltung begrüßte unsere Schulleiterin Frau Winkler gemeinsam mit Sylvia Löhrmann, Beauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen für die Bekämpfung des Antisemitismus, für jüdisches Leben und Erinnerungskultur, die anwesenden Schülerinnen und Schüler. Ergänzt wurde die Begrüßung durch Dr. Marc Schrameyer, Bürgermeister der Stadt Ibbenbüren, sowie Christoph Moormann, Hauptorganisator der Veranstaltung. In ihren Beiträgen wurde eindringlich dazu aufgerufen, Verantwortung zu übernehmen und sich aktiv gegen Antisemitismus, Extremismus und jede Form von Ausgrenzung einzusetzen.

Die Teilnahme an dieser Veranstaltung stellt für uns einen wichtigen Beitrag zur historisch-politischen Bildung dar und unterstreicht unseren Anspruch, Erinnerungskultur und demokratische Werte fest im schulischen Alltag zu verankern.

Anna Strishkova (links), Luigi Toscano (rechts)

Schulleiterin Vera Winkler (links), Beauftragte des Landes NRW  für die Bekämpfung des Antisemitismus, für jüdisches Leben und Erinnerungskultur Sylvia Löhrmann (rechts)

Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz/Birkenau und Krakau 2025

„Sich ein Bild zu machen … macht uns zu Menschen.“ – Gerhard Richter, deutscher Maler

Seit vielen Jahren setzen sich die Medizinischen Fachangestellten der Oberstufe im Rahmen des Bildungsgangprojektes „Medizin im Dritten Reich“ mit der Geschichte auseinander. Initiiert wurde das Projekt von dem ehemaligen Lehrer Herrn Berg und wird heute von den Lehrkräften Herrn Beermann und Frau Runde fortgeführt.

Im Mittelpunkt steht die Auseinandersetzung mit den menschenverachtenden Verbrechen der Nationalsozialisten in den Vernichtungslagern Auschwitz und Birkenau. Dort wurden mehr als eine Million Menschen in den Gaskammern ermordet. Zudem fanden an vielen Häftlingen grausame medizinische Experimente statt, die in keinerlei Einklang mit dem hippokratischen Eid oder grundlegenden medizinisch-ethischen und moralischen Werten standen.

Nach den eindringlichen und bewegenden Tagen in Auschwitz führt die Reise die Gruppe weiter nach Krakau. Dort begegnen die Schülerinnen und Schüler Spuren jüdischen Lebens – etwa im traditionsreichen Viertel Kazimierz oder im ehemaligen Krakauer Ghetto. Zudem besuchen sie das Gestapo-Gefängnis und Originalschauplätze, an denen der preisgekrönte Film „Schindlers Liste“ gedreht wurde.

Originalzeichnungen von Kindern, die nach Auschwitz deportiert wurden.

Ansprechpartner:

A. Runde
RUN@kstl.de

Klaus Beermann
BN@kstl.de