Fachkraft für Lagerlogistik

Berufsbild

Fachkräfte für Lagerlogistik schlagen Güter um, lagern sie fachgerecht und wirken bei logistischen Planungs- und Organisationsprozessen mit.

In allen Branchen sind Fachkräfte für Lagerlogistik beschäftigt. Infrage kommen dabei alle Betriebe, die über eine Lagerhaltung verfügen.

Fachkraft für Lagerlogistik ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG). Diese bundesweit geregelte 3-jährige Ausbildung wird in Industrie und Handel angeboten, dabei kann die Ausbildungsdauer auch verkürzt werden.

Als Fachkraft für Lagerlogistik sind Sie verantwortlich für…

  • die Güterannahme und -kontrolle,
  • die sachgerechte Lagerung,
  • die Zusammenstellung von Lieferungen und Tourenplänen,
  • die Verladung und den Versand von Gütern
  • sowie die Optimierung logistischer Prozesse.

Aufnahmevoraussetzungen / Anmeldung

Um sich für diesen Bildungsgang anzumelden müssen Sie einen Ausbildungsvertrag mit einem Unternehmen Ihrer Wahl unterschrieben haben.

Ausführliche Informationen zur Anmeldung erhalten Sie hier.

Unterricht

Anzahl der Berufsschultage und Wochenstunden

Zwei Unterrichtstage mit insgesamt 12 Wochenstunden, im zweiten Halbjahr des dritten Ausbildungsjahres ein Unterrichtstag mit 8 Wochenstunden

Typisch für den Unterricht ist

  • ein auf Lernsituationen basierendes Konzept,
  • das Lernen am Modellunternehmen
  • das Lernen in multifunktionalen Unterrichtsräumen mit moderner EDV-Ausstattung,

Lernfelder

Der Rahmenlehrplan für den Berufsschulunterricht sieht eine Gliederung nach Lernfeldern sowie Zeitrichtwerte vor. Damit wird der handlungsorientierte Ansatz bei der Vermittlung schulischer Inhalte unterstrichen. Parallel zur praktischen Ausbildung im Betrieb erfolgt die Vermittlung der theoretischen Kenntnisse durch die Berufsschule.

Mit einer möglichst prozessorientierten Bearbeitung von praxisorientierten Lernsituationen im Modellunternehmen Top Bike GmbH soll eine solide und breite Basis an Qualifikationen geschaffen werden.

Übersicht Lernfelder Fachkraft für Lagerlogistik

Abschlüsse / Perspektiven

Abschlüsse

Die Ausbildung endet mit der bestandenen IHK-Abschlussprüfung.

Nach Abschluss beziehungsweise vorzeitiger Beendigung der Ausbildung wird unabhängig vom Ergebnis der Kammerprüfung ein schulisches Abschluss- oder Abgangszeugnis ausgestellt.

Es gibt keine schulische Abschlussprüfung. Nach erfolgreicher Absolvierung des Bildungsgangs wird der Berufsschulabschluss zuerkannt und gesondert auf dem Zeugnis bescheinigt.

Damit verbunden ist gleichzeitig die Zuerkennung des Hauptschulabschlusses nach Klasse 10, falls noch nicht erreicht.

Zudem ist der Erwerb des mittleren Schulabschlusses (Fachoberschulreife) möglich, wenn Sie eine Berufsschulabschlussnote von mindestens 3,0 erreichen und die für den mittleren Schulabschluss notwendigen Englischkenntnisse nachweisen. Die obere Schulaufsichtsbehörde kann im Einzelfall zulassen, dass an die Stelle von Englisch eine andere Fremdsprache tritt.

Erreichen Sie neben den vorgenannten Bedingungen eine Berufsschulabschlussnote von mindestens 2,5, erwerben Sie darüber hinaus die Berechtigung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe.

Die Durchschnittsnote des Berufsschulabschlusszeugnisses kann auf Wunsch des Auszubildenden auf das Abschlusszeugnis der IHK übernommen werden. Das entsprechende Formular finden Sie im Download-Bereich auf den Seiten der IHK Nord-Westfalen.

Perspektiven

Insbesondere Entwicklungen im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnik, der Lagerlogistik sowie rechtliche und wirtschaftliche Entwicklungen und nicht zuletzt die fortschreitende Globalisierung erfordern eine ständige berufliche Anpassungsweiterbildung.

Als Weiterbildungsmöglichkeiten bieten sich u. a. an:

  • FOS12: dieser einjährige Vollzeit-Bildungsgang bietet Ihnen die Möglichkeit, in nur einem Jahr ihre Fachhochschulreife zu erwerben. Weitere Infos hierzu finden Sie hier.
  • Fachschule für Wirtschaft: der berufsbegleitende Besuch unserer Fachschule für Wirtschaft und Verwaltung mit dem Schwerpunkt Finanzierung. Hier erwerben Sie den Abschluss zum staatlich geprüften Betriebswirt/-in. Weitere Infos hierzu finden Sie hier.
  • der berufsbegleitende Besuch von IHK-Lehrgängen: Fachkaufleute (z. B. Gepr. Bilanzbuchhalter/-in, Gepr. Personalfachkaufmann/-frau), Fachwirte (z. B. Wirtschaftsfachwirt, Handelsfachwirt). Weitere Infos finden hierzu Sie hier.

Zusatzqualifikationen

Bereits während der Ausbildung können Sie bei uns Zusatzqualifikationen erwerben:

  • KMK-Zertifikat in Englisch (Weitere Infos hierzu finden Sie hier.)
  • NRW-Computerführerschein (Weitere Infos hierzu finden Sie hier.)
  • Fachhochschulreife (Weitere Infos hierzu finden Sie hier.)

Prüfung

Voraussetzungen für die Zulassung zur Abschlussprüfung bei einer Berufsausbildung in Betrieb und Berufsschule sind vorgeschriebene schriftliche Ausbildungsnachweise sowie die Teilnahme an vorgeschriebenen Zwischenprüfungen. Die Prüfung wird bei der Industrie- und Handelskammer abgelegt.

Zwischenprüfung

Vor Ende des zweiten Ausbildungsjahres wird eine Zwischenprüfung zur Ermittlung des Ausbildungsstandes durchgeführt, die aus einem praktischen und einem schriftlichen Teil besteht.

Im schriftlichen Teil müssen praxisbezogene Aufgaben aus den Bereichen arbeitsorganisatorische Abläufe, Funktion und Einsatz von Arbeitsmitteln und Lagerungsprozesse beantwortet werden.

Der praktische Teil prüft die Fertigkeiten und Kenntnisse anhand einer Arbeitsaufgabe.

Abschlussprüfung

Die Abschlussprüfung besteht ebenfalls aus einem praktischen und einem schriftlichen Teil.

Der praktische Teil besteht aus zwei Aufgaben. Sie sollen in maximal fünf Stunden durchgeführt und in einem höchstens 15-minütigen Fachgespräch erläutert werden.

Für die Aufgaben kommen insbesondere in Betracht:

  • Erfassen von Güterbewegungen unter Anwendung betrieblicher Informations- und Kommunikationsmittel
  • Erstellen eines Beladeplans für unterschiedliche Güter unter Berücksichtigung eines Tourenplans
  • versandfertiges Verpacken von Gütern, Beladen und Sichern der Ladung
  • Ein-, Um- und Auslagern von Gütern unter Berücksichtigung der Umschlaghäufigkeit, der Güterbeschaffenheit und der Wegzeiten
  • Feststellen und Dokumentieren von Mängeln und Ergreifen von Maßnahmen zur Mängelbeseitigung

Der schriftliche Teil der Prüfung umfasst die Bereiche Prozesse der Lagerlogistik (150 Min.), rationeller und qualitätssichernder Güterumschlag (90 Min.) sowie Wirtschafts- und Sozialkunde (60 Min.).

Der schriftliche Prüfungsbereich kann in einzelnen Bereichen durch eine mündliche Prüfung ergänzt werden, wenn dies für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben kann.

Ansprechpartner:

Andra Mühlenkamp
Abteilungsleiterin
MK@kstl.de

Marco Brinker
Bildungsgangleiter
BR@kstl.de